Die neuen Heimatnachrichten sind
bereits nach wenigen Tagen vergriffen.

„Dem schloh mir met der Keilhack vern Kopp!“
Was hinter dieser brutalen Drohung aus dem Jahr 1888 steckt, das und noch Vieles mehr, verraten 20 bebilderte
Textbeiträge und 1 Rätsel in den gerade noch rechtzeitig vor Weihnachten erschienenen „Heimatnachrichten 2020
des Heimat- und Geschichtsvereins Herborn-Seelbach“. Die Verfasser haben auf immer wieder zitierte unbelegte
Anekdoten und vage, unbestätigte Überlieferungen und „Verzählcher“ weitgehend verzichtet. Die Texte enthalten fast durchweg
neue oder richtigstellende Ergebnisse umfangreicher Geschichtsnachforschungen und sind mit größtenteils bisher
unveröffentlichten Fotos illustriert. Wiederholungen und Oberflächlichkeiten sollen vermieden, dagegen geschichtliche
Tatsachen nachgewiesen werden. Dabei wird auch kritisch, sowie offen und mutig auf die schwierige
Zeit des Nationalsozialismus in unserer Heimat eingegangen.

vv.l.: Christian Görzel, Hans Benner, Eckhard Görzel und Joachim Heimann
präsentieren die neuen Heimatnachrichten 2020.

Auf der Suche nach den historischen Tatsachen wurden viele Quellen aus Archiven und Bibliotheken ausgewertet.
So geht Joachim Heimann in seinem Werkstattbericht über Theo Wieth nicht auf den „poetischen Müller“ ein, sondern hat durch
zeitaufwendige Recherchen viele Informationen zusammengetragen, die Theo Wieth, als eine schillernde, umstrittene Persönlichkeit
aus Herbornseelbach zeigen. Dagegen würdigt er in seinem Bericht zu Karl Friedrich Wieth, die Leistung eines „jungen Bürgermeisters
in schwerer Zeit“. Eckhard Görzel erinnert anhand alter Zeitungsberichte an den Bau des Fußballplatzes am Hirtenborn und andere
Ereignisse im alten Seelbach, während Christian Görzel mehr zum Leben und Wirken des herrschaftlichen Försters Georg
zu berichten weiß, als es bislang überliefert wurde. Auch dem Aufkommen und der Entwicklung der Seelbacher Wirtshäuser hat er
einen Aufsatz gewidmet. In seinen Erinnerungen beschreibt der bereits lange verstorbene Ferdinand Deusing, auch „Metze Ferdnand“ genannt,
seine Kindheit im Seelbach des beginnenden des 20.Jahrhunderts. Zahlreiche kleinere Beiträge u.a. zum „Sänger Karl“, und der
Seelbacher Stromversorgung runden diese Heimatnachrichten aus der Vergangenheit Seelbachs ab.

Dem schwierigen Ziel, unverblümt die geschichtliche Realität zu ergründen und zu beschreiben, sind die Autoren
mit diesen Heimatnachrichten einen guten Schritt nähergekommen. „Wir hoffen, dass uns mit der Auswahl der Berichte eine bewusst
kritische, auch nachdenklich machende aber abwechslungsreiche und unterhaltsame Zusammenstellung gelungen ist“, so Hans Benner,
der langjährige Vorsitzende der Seelbacher Heimatforscher.

 

Zu beziehen ist das Heft für 12,- € über Eckhard Görzel vom Heimat- und
Geschichtsverein Herbornseelbach, sowie in der Seelbacher Aartal-Apotheke.

Vereinsmitglieder erhalten das Heft kostenlos.

Wer Interesse hat, kann sich melden bei:
Eckhard Görzel
Bergstr. 4
35745 Herbornseelbach
Tel. 02772- 62176