Kleine
"
Wappenkunde "

     

 

       


Ortswappen
Herborn-Seelbach


Familienwappen
v. Dernbach
zu Dernbach


Familenwappen
v. Haiger


Familienwappen
v. Dernbach
gen. Grauel


Familienwappen
Ganerbschaft

 

 

Heimische Presse 11. September 1987

Ein alter Schild der Dernbacher Ritter könnte Pate stehen

Der Heimatverein bemüht sich
um ein Wappen für Herbornseelbach

Im Museum in der Alten Schule soll ein Archiv eingerichtet werden

Herborn-Seelbach (hk). Der Vorstand des Heimat- und Geschichtsvereins, der im Rahmen der Aufbereitung
und Erforschung der Vergangenheit von Herbornseelbach bereits einige Aktivität entwickelt hat, will alles
in die Wege leiten, um ein eigenes Ortswappen zu bekommen. Wie Vorsitzender Hans Benner, gleichzeitig
in der Arbeitsgruppe »Archivarbeit und Grundlagenforschung« verantwortlich, in der jüngsten
Mitgliederversammlung des Vereins am Mittwochabend im Sitzungssaal des ehemaligen Rathauses erklärte,
wurde die Stadt Herborn gebeten, dieses Anliegen zu unterstützen.

Hierbei ist man sich durchaus bewußt, daß nach der Gebietsreform nur selbständige Gemeinden eine Chance
haben, ein eigenes Wappen zu führen. Aber warum sollte bei einem so geschichtsträchtigen Ort wie Herborn-
seelbach, in dem die »Ritter von Dernbach« wohl die ersten Bürger waren, nicht eine Ausnahme
möglich werden, fragten die Versammlungsteilnehmer ?           
Als Vorlage für ein Wappen könnte eines der drei Dernbacher Wappen dienen, auf die heute sicher niemand mehr
einen Rechtsanspruch erheben dürfte, schlug Hans Benner vor. Eine Burg, die es damals im Aartal gab, müßte
heraldisch eingearbeitet sein, wie Vorstandsmitglied Rudolf Rohrbach bemerkte, und dies bereits in einem Entwurf
als Symbol für seine »Dernbach-Schule« in Erwägung gezogen hat.
Außerdem ist der Heimat- und Geschichtsverein mit der Bitte an die Stadt Herborn herangetreten, ihm bei der Suche
nach einer Urkunde für die Ersterwähnung von Herbornseelbach zu helfen. Die Unterlagen im Landesarchiv Wiesbaden
sind erschöpft und auch die Marburger Dokumentensammlung dürfte nicht mehr viel hergeben. In Münster, wo
zahlreiche Unterlagen über den Bereich des »Stiftes Keppel« vorhanden sind, könnte man vielleicht fündig wer­den,
erfuhr Benner von Stadtarchivar Rüdiger Störkel. »Diese Forschung braucht seine Zeit. Es darf nichts überstürzt werden«,
sagte Benner.
Im neuen Heimatmuseum, dessen Eröffnung in der »Alten Schule« im Dezember vorgesehen ist, soll auch ein Archiv
erstellt werden, in dem die Mitglieder ihre eigene Forschung treiben können und wichtige Unterlagen finden werden.
Hier sollen unter anderem auch Kartenmaterial, alte Flurkarten, Gemeindeprotokollbücher und weitere Unterlagen für
die Familienforschung archiviert werden, kündigte der Vereinsvorsitzende an.
In den monatlichen Mitgliederversammlungen des Heimat- und Geschichtsvereins im Winterhalbjahr sollen
interessante Vorträge alle Bürger ansprechen. So wird auch der Vorsitzende Helmut Groos aus der Nachbar-
Artalgemeinte an einem Abend den Offenbacher Heimatfilm vorführen und die Arbeit an ihm erläutern. Auch die
Herbornseelbacher haben sich für das kommende Jahr die Aufgabe gestellt, das Brauchtum, soweit es noch
vorhanden ist, in einem Film festzuhalten und der jungen Generation zu bewahren.
Wie Archivarbeit und praktische Heimatkunde betrieben werden können, darüber will Stadtarchivar Störkel
Anfang des kommenden Jahres informieren. Eingeladen wird auch Joachim Wienecke aus Herborn, der als Forscher
über die Dernbacher Fehde« sprechen will.

 

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Heimische Presse 15.April 1999

Rüdiger Störkel erläuterte die Bedeutung des von Paul Winter gemalten Schildes

Die Herbornseelbacher nahmen ihr neues Wappen
mit Stolz und Freude entgegen

H e r b o r n- S e e l b a c h (pli/s). Freude und Stolz standen am Sonntag nachmittag den Herbornseelbacher
Kommunalpolitikern ins Gesicht geschrieben, die sich aus einem wichtigen Anlaß in der Alten Schule eingefunden
hatten. Endlich verfügt der größte Herborner Stadtteil über ein eigenes aussagekräftiges Wappen, das der
Burger Paul Winter gemalt und gerahmt hat. Um der offziellen Übgergabe einen würdigen Rahmen zu geben,
waren Bürgermeister Bernd Sonnhoff und Stadtarchivar Rüdiger Störkel erschienen.

Nach der Begrüßung durch das Stadtoberhaupt, bei der er den Heimatverein als kulturtragende Institution des Dorfes
hervorhob, beleuchtete Rüdiger Störkel die Symbolik des Wappens, das in blauem Feld einen goldenen Wellenbalken
und drei schwarze Seeblätter im Dreipaß zeigt.
Dabei sei es gelungen, prägende Elemente von der Topographie und der Geschichte Seelbachs in der Symbolsprache
der Heraldik zu vereinen. Normalerweise lehne die Wappenkunde, so Störkel, Naturdarstellungen ab. "Trotzdem
gebe es, wie man sehen könne, auch von dieser Regel Ausnahmen.
So gehen die Seeblätter der Form nach auf die weiße Seerose zurück. Der Wellenbalken versinnbildlicht die Bedeutung
von Seel-, Monzen­und Dernbach sowie der Aar für die Siedlungsgeschichte des Orts. Die Seeblätter in Dreipaß-
anordnung , führten nicht nur das Geschlecht der Dernbacher, sondern auch die Adligen von Haiger in ihrem Wappen.

Bürgermeister Bernd Sonnhoff (2. v. r) übergab offiziell das Wappen an den Heimatvereinsvorsitzenden Hans Benner (rechts) und
Ortsvorsteher Eckhard Simon (2. v. 1.). Stadtarchivar Rüdiger Störkel (links) erklärte die einzelnen Symbole des Wappens. (Fotos: A. Plietzsch)

Erstmals tauchte dieses Wappen 1263 auf einem Siegelabdruck auf. Rüdiger Störkel erzählte in seiner anschaulichen
Art einige interessante Episoden aus der Historie derer von Dernbach, die nahe der Einmündung des Dernbachs in die
Aar in einer Wasserburg hausten, von der heute nur noch Spuren vorhanden sind. Die ziemlich begüterten Adligen
widersetzten sich lange der Herrschaft der Grafen von Nassau. Die zweimalige Zerstörung ihrer Burg durch die Nassauer
gehörte daher zu den wichtigsten Ereignissen bei der Durchsetzung der nassäuischen Landesherrschaft in der
Herborner Mark, die bis 1866 bestand.
Auch Ortsvorsteher Eckhard Simon und der Vorsitzende des Heimatvereins Hans Benner ergriffen das Wort, um die
Wichtigkeit des Ortswappens für die Identität der Bürger hervorzuheben und denen zu danken, die seine Realisierung
unterstützt haben. Ihr ganz spezieller Dank galt natürlich Paul Winter für seine ausgezeichnete Arbeit, die sich auch
schon bei der Gestaltung des Burger Wappens bewährt hat. Nach dem offiziellen Akt ging es ins Parterre zum gemütlichen
Kaffeetrinken.

 

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Offizielle

Beschreibung des Ortswappens von Seelbach
Stadtteil von Herborn


Die Kurzbeschreibung des o.g. Ortswappens wurde vom Hauptstaatsarchiv Wiesbaden gefertigt und lautet wie folgt :

’Das Wappen von Seelbach, Stadtteil von Herborn, zeigt in blauem Feld über einem goldenen Wellenbalken
im Schildfuß einen goldenen Schild mit drei schwarzen Seeblättern im Dreipaß.´


Hierzu wird folgende Erläuterung gegeben :

Ziel war es, wichtige Elemente von Topographie und älterer Geschichte Seelbachs in der Symbolsprache
der Wappenkunst (Heraldik) zu zeigen. 

Die Heraldik entlehnt zwar Symbole aus der Natur, hat aber eigene, strenge Regeln der Darstellung. Die sog. ’Seeblätter’
gehen der Form nach auf die ’Weiße Seerose’ zurück. Der ’Wellenbalken’ soll die Bedeutung der Bäche für die
Siedlungsgeschichte Seelbachs andeuten
(Seelbach, Monzenbach, Dernbach und nicht  zuletzt die Aar). Die
Seeblätter in Dreipaßanordnung führten
nicht nur die v. Dernbach und ganerbschaftlich verbundene Familien
im Wappen
, sondern auch die Adligen  v. Haiger. Das Dernbacher Wappen ist  zuerst auf einen Siegelabdruck von
1249 überliefert.

Die Adligen v. Dernbach hatten nahe der Einmündung des Dernbachs in die Aar eine Wasserburg, deren Motte noch
z. T. erhalten ist. Sie waren auch innerhalb der heutigen Seelbacher Gemarkung erheblich begütert. Zuletzt (ab 1309)
als hessische Vasallen haben sich die Dernbacher lange der Herrschaft der Grafen v. Nassau widersetzt.
Die zweimalige Zerstörung ihrer Wasserburg durch die, Grafen gehörte daher zu den wichtigsten Ereignissen
bei der Durchsetzung der nassauischen Landesherrschaft in der Herborner Mark, die bis 1866 bestand. Daher erschien
die Aufnahme des Wappens der Adligen v Dernbach in das Ortswappen von Seelbach angebracht. 

Rüdiger Störkel, 1999